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Tiefenpsychologische oder Psychoanalytische Therapie

Die tiefenpsychologische Therapie beruht auf der Persönlichkeits- und Krankheitslehre der Psychoanalyse, die ursprünglich von S. Freud geprägt wurde. Das zentrale Konzept ist dabei die Vorstellung, dass unbewusste Konflikte, die ein Mensch im Laufe seines Lebens nicht verarbeiten kann, zu Hindernissen in seiner Entwicklung werden. Sie können schließlich dazu beitragen, dass er in späteren Problemsituationen seines Lebens scheitert. Auf diese Weise können unverarbeitete, "neurotische" Konflikte, die häufig verdrängt werden, zur Grundlage von seelischen Störungen und körperlichen (psychosomatischen) Krankheiten werden.

Die Methode der psychoanalytischen Therapie ist das Gespräch. Es wird meistens als Einzelgespräch eingesetzt. Es gibt aber auch Gruppen- und Familiengespräche. Die Basis der Gespräche ist der Aufbau einer vertrauensvollen Beziehung, die Anerkennung der individuellen Eigenart und des Schicksals des einzelnen, die Wertschätzung seiner positiven Möglichkeiten und Bewältigungsleistungen und die vorurteilsfreie Offenheit für seine Lebensschwierigkeiten, Ängste und Konflikte. Auf dieser Grundlage werden die Problemsituationen der Patienten erkundet, die im Hintergrund ihrer Erkrankungen stehen. Ein wichtiger Schritt ist dabei, dass unbewusste Konflikte zunehmend deutlicher und bewusster erlebbar werden. Indem dann die inneren Widersprüche, die irrationalen Ängste und alte, aus dem früheren Leben stammende Verletzungen und Kränkungen besprochen und aufgearbeitet werden, wird der Weg frei für neue Einstellungen und Lösungsmöglichkeiten. Dadurch kommt es zur inneren Lockerung, die bewirkt, dass auch die Krankheitserscheinungen nachlassen.

Eine Besonderheit der analytischen Therapie beruht auf der Beobachtung, dass verdrängte Konflikte sich in allen gegenwärtigen Beziehungen als Verzerrungen von Wahrnehmungen und Einstellungen äußern können. Man spricht von Übertragung von Konflikten und hat festgestellt, dass es besonders die ungelösten verdrängten Konflikte der Kinderzeit sind, die sich im späteren Leben störend in der Beziehung zu Partnern, Kollegen und - in der Psychotherapie - zum Psychotherapeuten niederschlagen. So kann die Partnerin wie die fürsorgliche oder nachlässige Mutter, der Arbeitskollege wie ein rivalisierender Bruder erlebt und behandelt werden. In der psychoanalytischen Behandlung werden diese Übertragungen besonders beachtet und bearbeitet. Auf diese Weise eröffnet sich in den Behandlungen ein Zugang zu Einstellungen, die man als Betroffener zwar bemerkt, aber in ihrer Bedeutung nicht versteht.

Daneben bilden die Alltagserlebnisse, die Erinnerungen, die Träume oder einfach auch nur die Eindrücke und Einfälle, die sich während des Behandlungsgespräches einstellen und möglichst offen und ungefiltert ausgesprochen werden sollen, das "Material" für die Analyse. Das Ziel ist dabei, darin verborgene Konflikte zu erkennen und zu deuten. Diese Arbeit ist schwierig, weil innere Kräfte Einsicht und Veränderung entgegenwirken. Daher muss man in der Behandlung auch diese Kräfte und ihre innerseelischen Wurzeln sorgfältig untersuchen, klären und durcharbeiten. Die psychoanalytische Therapie arbeitet also vornehmlich mit dem Prinzip des Verstehens und der Einsicht. Man ist heute der Meinung, dass das Erlebnis, sich einem wohlwollenden Zuhörer nahezu uneingeschränkt anvertrauen zu können und weitgehend unvoreingenommen mit seinen Nöten und Ängsten angenommen zu werden, eine hilfreiche Erfahrung ist, die den Genesungsprozess maßgeblich fördert.


Humortherapie
„Durch den Humor sehen wir im scheinbar Rationalen das Irrationale, im scheinbar Bedeutenden das Unbedeutende. Er stärkt auch unsere Fähigkeit zu überleben und bewahrt uns eine klare Vernunft. Der Humor sorgt dafür, dass die Bösartigkeit des Lebens uns nicht ganz und gar überwältigt. Er regt unseren Sinn für Proportionen an und lehrt uns, dass in der Überbetonung des Ernstes das Absurde lauert.“ [Charles Chaplin]

Humor wird als befreiende und humanisierende Kraft in unserer Gesellschaft geschätzt. Er fördert Genesung und Lebensqualität und führt zur reifen Ich-Integrität sowie Weisheit. Drückt sich der Humor auch durch Lachen und Lächeln aus, so muss Lachen dennoch kein Zeichen von Humor sein. Haben auch die meisten Menschen zumindest einen Sinn für Humor, so entwickelt sich dieser bei jedem Menschen sehr unterschiedlich.

In der Medizin wird Humor als Therapeutikum eher skeptisch betrachtet. In der psychiatrischen und psychotherapeutischen Behandlung hat ein gezielter Einsatz von Humor, der Kreativität, Selbstsicherheit und Wohlbefinden fördert, nicht nur positive Auswirkungen auf den Genesungsprozeß eines Patienten, sondern auch auf das Klima einer Station und Institution. Humor wirkt nicht kränkend oder verletzend wie der Witz. Leider gibt es derzeit nur wenig empirische Untersuchungen, die belegen, dass systematische und geplante Humorintervention im Rahmen einer Gruppe und im Einzelgespräch heilend wirken. Voraussetzung ist eine tragende und patientenorientierte Beziehung, ein belastbarer Patient und ein Therapeut, der selbst humorvoll ist.

Humor ist ein Baustein der stationär - psychiatrischen Therapie. Ausgewählte Patienten, durch Beurteilung des behandelnden Arztes, werden in der 1x wöchentlich stattfindenden Humorgruppe aufgenommen. Teilnehmer sind Patienten mit depressiver Störung, Angststörung, suizidalen Krisen, Persönlichkeitsstörungen. Die Humorgruppe fasst 8-12 Mitglieder, dauert 1h und findet 1 x wöchentlich statt. Mittels verschiedener Techniken wird Humor vermittelt und soll durch die Gruppe getragen und auch von Einzelnen entwickelt oder erlernt werden. Anschauungsmaterial wie Video - Clips, Filme, Hilfsmittel wie Lachsäcke o.ä. stehen zur Verfügung.

Eine Kultur des Humors wird durch freies Erzählen von Geschichten und Anekdoten aus dem Leben der Patienten und dem Klinikalltag gefördert. Humortechniken werden erklärt und geübt. Als Hausaufgaben werden Witze und Anekdoten aufgegeben. Besondere Gelegenheiten bieten sich mit geladenen Gästen aus der Unterhaltung: Der Gast würde etwas zum Besten geben, beispielsweise humorvolle Texte vorlesen. Ziel ist, den Humor zu wecken, zu fördern oder zu rehabilitieren, um den Gesundungsprozess voranzutreiben und Möglichkeiten in der Zukunft für humorvolle Verarbeitung von Krisen und Missgeschicken zu erlernen.

 

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