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Kognitive Therapie, rational emotive Therapie

Aron T. Beck hebt in seinem Ansatz hervor, daß es nicht so sehr die Dinge selbst sind, auf die ein Mensch reagiert, sondern seine speziellen Wahrnehmungen und Interpretationen der Dinge. Jeder Mensch baut sich eine „persönliche Domäne“ auf, deren Kern vom Selbstbild, jenem Bild, das ein Mensch von sich selbst, von seiner Persönlichkeit, von seinem Aussehen, von seinen Wertvorstellungen, seinen Zielen usw. hat. Um dieses Selbstbild herum sind die anderen für ihn wichtige Dinge (Familie, Freunde, Besitz usw.) gruppiert. Dinge und Erlebnisse werden dahingehend bewertet, ob sie eine Einschränkung, eine Gefährdung oder gar Verletzung der persönlichen Domäne bedeuten. Was dabei als zuträglich für die persönliche Domäne empfunden wird, löst positive Gefühle - zum Beispiel Freude – aus. Die Meinung, daß etwas der persönlichen Domäne abträglich ist führt dagegen zu negativen Reaktionen und Gefühlen (Trauer, Angst, Zorn etc.).

Bei der Depression zum Beispiel spielt die „kognitive Trias“ aus negativem Selbstbild, negativer Interpretation der Lebenserfahrungen und nihilistische Sicht der Zukunft eine große Rolle. Bei der Behandlung von Depressionen und Angststörungen spielt der Abbau negativer Gedanken (z.B. die Welt durch eine "schwarze Brille" sehen, ängstliche Phantasien) eine zentrale Rolle. Fehleinschätzungen werden gemeinsam besprochen und es wird versucht, sie zu ändern.

Hinsichtlich der Entstehung von Depressionen werden zum Beispiel eine Reihe von charakteristischen Denk- und Verhaltensmustern angenommen, die gemeinsam mit schweren Belastungssituationen zu den entsprechenden Symptomen (Krankheitszeichen) führen. In der Therapie werden problematische Verhaltensweisen, Denkmuster und Einstellungen konkret angegangen. Der Patient lernt dabei, diese zu erkennen und mit Unterstützung des Therapeuten dahingehend zu verändern, dass die Symptome der Erkrankung positiv beeinflusst werden.

In der Kognitiven Therapie geht man von fünf wesentlichen „Denkfehler“ aus, die zu emotionalen Störungen führen können:

  • Personalisieren: Hierbei werden Ereignisse der Außenwelt ungerechtfertigt und extrem auf die eigene Person bezogen und erhalten so eine selektive Wichtigkeit
  • Polarisiertes Denken: Hierunter versteht man die Neigung zum  „schwarz-weiß“ Denken in Extremen gut/böse; niemals/immer). Es fehlt hier also an der Differenzierungsmöglichkeit.
  • Selektive Abstraktion: Bestimmte Aspekte von Ereignissen werden herausgegriffen, überbewertet und auf Kosten anderer bestimmend für das Befinden und Handeln.
  • Übergeneralisierung: Einzelne Aspekte oder Erlebnisse werden ungerechtfertigt zu allegemeinen Aussagen generalisiert
  • Übertreibung: Hierbei werden geringfügige Veränderungen oder Ereignisse verzerrt wahrgenommen und erhalten eine unangemessene Bedeutung


Ablauf der Therapie in vier Phasen:

  • Erkennen und Beobachten der sich automatisch aufdrängenden Gedanken, die der Patient auf einen Zettel notiert
  • Identifizieren: Anhand der Aufzeichnungen des Patienten werden die inneren Selbstgespräche und ihre selbstzerstörerische Tendenz im Hinblick auf die oben genannte Trias analysiert.
  • Hypothesenprüfung: Hier lernt der Patient die mit seinen automatischen Gedanken verbundenen Hypothesen über sich selbst und seine Umwelt differenziert wahrzunehmen und auf ihren Wahrheitsgehalt hin zu überprüfen. Auf diese Weise lernt der Patient, daß seine Bewertungen und Schlußfolgerungen nicht immer zwingend und richtig sind.
  • Training alternativer Erklärungen: Mit dem Therapeuten zusammen werden alternative kognitive Strukturen entwickelt und in realen Situationen erprobt. Es handelt sich hier um Gegenkonzepte zu automatischen Gedanken.


Bemerkung: Insgesamt besteht in weiten Teilen Ähnlichkeit der kognititven Therapie und der rational-emotiven Therapie von Ellis.

 

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