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Gesprächstherapie

Die Gesprächstherapie erwartet vom Therapeuten Zurückhaltung. Der Grund dafür ist, daß der Therapeuten relativ schnell meint, den nach seiner impliziten Theorie interpretierten Grund der psychischen Störung klar erkannt zu haben. Doch je genauer und zutreffender seine Interpretation ist, desto größer ist - nach Rogers - die Wahrscheinlichkeit, daß der Patient mit Widerstand und Abwehr reagiert.
Rogers zitiert den chinesischen Philosophen Lao-Tse (6. Jh. v. Chr.): Wenn ich vermeide, mich einzumischen, sorgen die Menschen für sich selber; wenn ich vermeide, Anweisungen zu geben, finden die Menschen selbst das rechte Verhalten"

Der Therapeut reflektiert die Aussagen des Patienten in einer Weise, die dessen Gedankengänge transparent macht und klarstellt, daß seine Gedanken verstanden werden. Der Therapeut gibt die Äußerungen des Patienten spiegelbildlich wieder ohne selbst zu interpretieren oder zu bewerten oder zu raten. So hört der Patient seine eigenen Worte aus dem Mund des Therapeuten und kann beginnen sich zu korrigieren. Er fühlt sich auf diese Weise verstanden, aber auch dazu bewogen, etwas zu verändern.

Gesprächstherapeuten sollen durch ihr Verhalten bewirken, daß Menschen das in ihnen vorhandene Potential entdecken und eigene Lösungen für sich entwickeln können. Um das zu erreichen, müssen nach Rogers Therapeuten im Umgang mit ihren Patienten drei Haltungen oder Einstellungen, die sogenannten Basisvariablen beachten:

  • Empathie/ Einfühlendes Verstehen
  • Wertschätzung/ Akzeptierung
  • Kongruenz / Echtheit

Damit soll verhindert werden, daß der Therapeut die Aussagen interpretiert und bewertet, den Widerstand des Patienten hervorruft und damit die Chance einer angemessenen Besserung des Erlebens und Verhaltens vertut. Der Patient selbst weiß am besten, was für ihn richtig ist. Lediglich Informationen darf ein Therapeut geben, wenn diese dazu dienen, Informationsdefizite des Patienten zu beseitigen. Die Einhaltung der drei Basisvariablen soll dazu führen, daß der Patient sich zunehmend selber erforscht und seine eigenen Kräfte aktiviert. Er soll sich immer mehr mit seinen eigenen Gefühlen, Einstellungen und seinem Erleben auseinandersetzen.

 

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